{"id":238,"date":"2020-12-13T13:08:05","date_gmt":"2020-12-13T13:08:05","guid":{"rendered":"http:\/\/wal-wueste-berg.de\/?page_id=238"},"modified":"2020-12-13T13:20:35","modified_gmt":"2020-12-13T13:20:35","slug":"saechsische-zeitung-18-november-2000","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/wal-wueste-berg.de\/?page_id=238","title":{"rendered":"S\u00e4chsische Zeitung 18. November 2000"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Spuken am Walberg noch immer die Toten?<\/h2>\n\n\n\n<p>von Sylvia Ottenberg<br><br><strong>Historische Spurensuche in den Bergen<\/strong><br><br>Blutig soll es im Jahre 932 am Walberg zugegangen sein, berichtet eine Sage, als Heinrich der Erste mit seinen Panzerreitern gegen die Milzener (Slawen) zog, die eine Burganlage auf dem Berg verteidigten. Heinrich siegte, der Weg zur Bautzener Ortenburg war frei. Die Milzener mussten fortan Tribut an die Deutschen zahlen: Tuche, Weizen, Honig, Fleisch.<br><br><strong>Schon Bischof Benno fuhr \u00fcber den Sattel<\/strong><br><br>Noch vor 200 Jahren, erz\u00e4hlt G\u00fcnter Vogelsang aus Kamenz, \u00e4ngstigten sich die am Walberg ackernden Bauern vor den Geistern der Gefallenen, die sich angeblich allabendlich dort oben herum trieben. Erstmalig in einer Oberlausitzer Grenzurkunde aus dem 13. Jahrhundert erw\u00e4hnt und historisch \u00e4u\u00dferst bedeutsam, erkl\u00e4rt Heinz Kubasch aus K\u00f6nigsbr\u00fcck, ist dagegen der Verlauf der alten Handelsstra\u00dfe von Leipzig \u00fcber G\u00f6rlitz bis nach Kiew und von dort weiter in den Orient. Sie f\u00fchrte \u00fcber den Sattel zwischen W\u00fcste- und Walberg und gilt als \u00e4lteste nachweisbare Wegef\u00fchrung in unserer Gegend. Hier fanden alle Wanderbewegungen statt. Sp\u00e4ter wurde sie zur Via regia, zur k\u00f6niglichen Stra\u00dfe. Bischof Benno von Mei\u00dfen soll sie bereits in den Jahren 1060 bis 1110 benutzt haben, wenn er, auf dem Wege nach Bautzen, zuvor in Bischheim \u00fcbernachtete, berichtet der Bischheimer Konrad Frenzel. Bekannt ist auch der Markweg, der Grenzweg zwischen der Gemarkung Schwosdorf und H\u00e4slich. Ob es wirklich ein Marktweg der Bischheimer Bauern nach Kamenz war, bleibt im Dunkel. Warum sollten sie den Umweg \u00fcber L\u00fcckersdorf nehmen? An einer Gabelung s\u00fcd\u00f6stlich des Walberges steht noch ein \u00e4lterer Wegweiser.D\u00fcster muss der Wald den Reisenden von einst vorgekommen sein. Er entstand nach der Elstereiszeit und trug, wie sonst nur in h\u00f6heren Lagen ein Kleid aus Buchen, Fichten, Tannen und einigen Traubeneichen. Dazu gesellten sich Heidelbeerstr\u00e4ucher und typische Pflanzen wie Arnika oder Rippenfarn. Die Luft wird oft k\u00fchl und regenfeucht gewesen sein, denn die H\u00fcgelkette Hofe-, W\u00fcste-, Walberg verl\u00e4uft von S\u00fcdost nach Nordwest. Sie bietet dem Westwind die Stirn, die Wetterfronten halten ein und regnen sich ab.Jahrhundertelang trieben die Bauern ihr Vieh in den Wald, der mit der Zeit enorm unter dem Verbiss litt. Anfang des 19. Jahrhunderts blieb nichts weiter \u00fcbrig als nachzupflanzen. Die Wahl fiel auf Kiefern und Fichten, die bis heute forstlich genutzt werden. 1978 interessierten sich die Beh\u00f6rden der DDR f\u00fcr das Berggestein. Der Aufbau Berlins bedurfte der Grauwacke, die n\u00e4her nicht zu beschaffen war. Unter Umgehung der \u00d6ffentlichkeit, erinnert sich Kubasch, trieb man zwecks Erkundung einen Stollen in den W\u00fcsteberg. Damals blieb es dabei. Doch nun will eine Schaumburger Firma die Steine in klingende M\u00fcnze verwandeln.<br><br><strong>Abbau der Grauwacke zerst\u00f6rt Lebensraum<\/strong><br><br>Man vergegenw\u00e4rtige sich: Die Grauwacken unserer Berge sind m\u00f6glicherweise mehr als eine Milliarde Jahre alt. Sie waren Schauplatz bewegter Zeiten, pr\u00e4gten unverwechselbar unsere Heimat, sch\u00fctzen das Klima, geben dem Wanderer Ruhe sowie Pflanzen und Tieren Lebensraum. Und sie oder zumindest Teile davon sollen einem Vorhaben weichen, dessen wirtschaftliche Notwendigkeit h\u00f6chst umstritten ist?<\/p>\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.saechsische.de\/plus\/spuken-am-walberg-noch-immer-die-toten-393992.html\">https:\/\/www.saechsische.de\/plus\/spuken-am-walberg-noch-immer-die-toten-393992.html<\/a><\/p>\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/wal-wueste-berg.de\/?page_id=234\">zur\u00fcck<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Spuken am Walberg noch immer die Toten? von Sylvia Ottenberg Historische Spurensuche in den Bergen Blutig soll es im Jahre 932 am Walberg zugegangen sein, berichtet eine Sage, als Heinrich der Erste mit seinen Panzerreitern gegen die Milzener (Slawen) zog, die eine Burganlage auf dem Berg verteidigten. 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